Gesamtperspektive Zürich

Fernverkehrs-Doppelstockzuges der SBB
© SBB CFF FFS

Der Kanton Zürich und die SBB wollen die Bahnzukunft im Raum Zürich mit verstärkter Zusammenarbeit noch wirkungsvoller gestalten. Dazu haben sie am 14. September 2018 die «Gesamtperspektive Zürich» unterzeichnet. Mit der Unterzeichnung sprechen sich der Kanton Zürich und die SBB für eine zukunftsfähige Verkehrs- und Siedlungsentwicklung im Raum Zürich aus. Hier sind die Kapazitäten im öffentlichen Verkehr schon heute von schweizweiter Bedeutung.

Rund die Hälfte aller SBB-Kunden sind im Kanton Zürich unterwegs. Und die Zeichen stehen bis 2030 auf Wachstum: Bevölkerung plus 15 Prozent, Arbeitsplätze plus 5 Prozent, Logistik plus 20 Prozent, Pendlerströme plus 22 Prozent. Gemäss dem Gesamtverkehrskonzept des Kantons Zürich soll der Anteil des ÖV von 30 auf 40 Prozent gesteigert werden.

Mit der Gesamtperspektive wollen der Kanton Zürich und die SBB dieses Potenzial nutzen und den Wirtschafts- und Mobilitätsraum langfristig und aufeinander abgestimmt weiterentwickeln.

45 Planungen und Massnahmen definiert

Der Kanton Zürich und die SBB haben die grossen Herausforderungen der Zukunft in fünf Fokusthemen gebündelt. Insgesamt 45 Planungen und Massnahmen gehen sie zusammen mit den zuständigen Städten und Gemeinden prioritär an:

  • Aktives Mobilitätsmanagement in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Schulen und weiteren Institutionen. Ziel ist es, die Auslastungen im ÖV zu Spitzenzeiten zu reduzieren und die vorhandene Kapazität besser auszunützen. Hoch- und Kantonsschulen zeigen sich nach ersten Kontakten offen;
  • Städtebauliche Entwicklung von dafür geeigneten Arealen im Umfeld der Bahnhöfe, um die Standortattraktivität und Lebensqualität zu erhöhen. Konkret haben die Stadt Dietikon und die SBB eine Vereinbarung unterzeichnet, um das Bahnhofareal aufzuwerten. Bei diesen Planungen werden Gemeinden und Bevölkerung aktiv einbezogen, wie beispielsweise beim Areal Neugasse in Zürich;
  • Koordination der Infrastrukturen, damit die Bahnhöfe weiterhin attraktive ÖV-Drehscheiben bleiben, die ein bestmögliches Umsteigen zwischen den Verkehrsträgern und direkte Zugänge für Fussgänger und Velofahrer bieten. Beispiel: Erfolgreiche Testplanung für die Entwicklung des Bahnhofs Winterthur ab 2050;
  • Schaffung von Rahmenbedingungen, die einen sicheren, wirtschaftlichen, leistungsfähigen und umweltgerechten Transport von Gütern zulassen. Ziel ist es, die Strassen vom Güterverkehr zu entlasten. Dazu erstellt z.B. der Kanton Zürich 2019 Konzepte zum Kies- und Aushubverkehr sowie zum Güterumschlag;
  • Vorantreiben innovativer, flexibler und individualisierbarer Mobilitätslösungen, die das veränderte Mobilitätsverhalten berücksichtigen und die einfache Planung einer Reise ermöglichen – von Tür zu Tür und mit verschiedenen Verkehrsträgern. Zudem legen Kanton und SBB bis 2020 Standorte und Funktionen von Mobilitätshubs fest.